ÜBER MICH

Über mich und meine Theaterarbeit

„Der Mensch ist nur ganz Mensch, wo er spielt.“ (Friedrich Schiller)

Wie alles begann

In meinen 37 Berufsjahren habe ich oft erlebt, dass vielen von uns durch lange Vorbereitung und wohlüberlegte Handlung die Freude am Experimentieren und Spielen abhanden gekommen ist.
Leider auch bei Kindern. Im Zeitalter technischer Einzelspiele, die das Denken nicht so sehr beanspruchen, hat das freie Spiel längst keinen Platz mehr.
Innerhalb meiner Theaterarbeit in der Jugendhilfe lerne ich, was es heißt, insbesondere Kinder und Jugendlichen zu aktivem und kreativem Denken und Handeln zu motivieren. Da es mir bisher (fast)  immer gelungen ist, selbst die Hartnäckigsten mit dem „Passenden“ zu locken, entschloss ich mich, diese Theaterarbeit auch anderen zur Verfügung zu stellen.
Frei Nach dem Motto: Zurück zur Freude am Spielen!

Positiv vermittelbar ist das, was man selbst gerne tut

Ziel meiner Workshops ist es zunächst, das Interesse der Teilnehmer zu wecken, indem ich meine eigene Begeisterung an sie weitergebe. In erster Linie geht es mir darum, sie zu Leidenschaft und Einsatzfreude zu ermuntern und zu einer positiven Anstrengung zu motivieren.
Mit spielerischen Elementen und improvisierten Handlungen möchte ich eine Eigendynamik unter den Teilnehmern erreichen, die dazu führen kann, szenenfähige Miniaturstücke zu kreieren.
Durch temporeiche Übungen führe ich Teilnehmer in die faszinierende Welt des Theaters ein.
Erfahrungsgemäß sind alle Altersklassen bereits nach kurzer Zeit „Feuer und Flamme“ und überbieten sich in ihrem kreativen Ausdrucksvermögen.
Vorrangig sind die Freude an der Darstellung und der Spaß an der Sache, weniger die Fähigkeiten oder Begabung. Es kommt einzig und allein auf die eigene Fantasie, sowie die künstlerische und kreative Leistung an.

Sinnig oder unsinnig?

Mit Freude und Motivation nehmen die Teilnehmer die Aufgaben an und lernen mit viel Spielwitz und noch mehr Power. Dabei wird innerhalb einer Gruppendynamik ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelt. Und es spielt keine Rolle, ob sich die Teilnehmer seit Jahren kennen oder völlig fremd sind.
Kreativität, Spontaneität, Improvisations- und Dialogfähigkeit (Reden und Zuhören) werden frei gesetzt. Neben sinnigen und unsinnigen Texten gilt es für die Teilnehmer, ihre Gefühle, Absichten und Bewegungen in einem körperbetonten Spiel auszudrücken.

Die Auseinandersetzung mit den Fragen: „Wer bin ich?“ und Was bin ich?“ beschreibt Sozialkompetenzen mit Stärken, Schwächen und einer Vielzahl von Emotionen.
Das Trainieren von Verhaltensmustern, freier Rede und Aussprache ist nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Alltäglichen von großem Nutzen.

Wer will, der kann!

Grundsätzlich kann jeder Theater spielen, der Freude und Lust am Spiel hat. Auch wenn verschiedene Stolpersteine daran hindern sollten, wie z.B. die Angst vor der eigenen Blamage, oder Hemmungen, eigene Emotionen preiszugeben.
Ich habe oft Teilnehmer, insbesondere Kinder und Jugendliche erlebt, die den Sinn eines Spiels ständig hinterfragen. Durch ein ständiges „Will ich nicht!“ oder „Kann ich nicht!“ gelingt es ihnen, eine ganze Gruppe zu beeinflussen. Natürlich können sie das nicht. Aber um es zu lernen, besuchen sie ja meinen Workshop. Diese Stolpersteine bedeuten für mich viel Geduld und Überzeugungskraft.
Natürlich wird es immer welche geben, die eine Aufgabe nicht umsetzen können oder es nicht verstanden haben. Dann gilt es für mich, neue Bilder und eine entsprechende Sprache zu finden. Und das tue ich solange, bis es passt!
Erst wenn ein Spieler mit seiner Seele, seinem Körper, seinen Träumen, seinen Erinnerungen und seinen Erfahrungen spielt, kann er seine eigene unverwechselbare Spieltechnik entwickeln.
Theater, ob mit Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen bedeutet für mich ständig aufmerksam und wachsam zu sein. Ich muss möglichst viele Impulse anbieten und Alternativen und Varianten zur Verfügung zu stellen.
Ich habe während der Feedbacks in meinen Workshops von den Teilnehmern immer wieder erfahren, wie wunderbar es sein kann, Hemmungen zu überwinden und einfach Freude am Spiel und am Lachen zu haben.

Was braucht man, um Theater zu spielen?

Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Der Spaß an Theater und Spiel steht immer im Mittelpunkt. Jeder Teilnehmer soll nach seinen Möglichkeiten gefordert und gefördert werden. Dabei ist, neben Vorgaben die kreative Eigenleistung jedes Einzelnen wichtig.
Während bei einem Theaterprojekt der Schwerpunkt auf darstellendem Spiel mit anschließender Inszenierung liegt, sind die Inhalte eines Workshops auf Übungen und Spielformen festgelegt.
Jeder kann für sich herausfinden, ob ihm weiterführende Theaterarbeit Spaß machen würde.
Selbst wenn sich Motivierte und Interessierte zusammenfinden, ist dies noch kein Ensemble, das sich verbunden und füreinander verantwortlich fühlt. Dazu muss man sich erst kennen lernen. Findet sich eine feste Theatergruppe zur Inszenierung, müssen sich alle verpflichtet fühlen, an den Proben teilzunehmen oder sich entsprechend abzumelden. Ein Team wie eine feste Theatergruppe kann sich nur aus regelmäßigen Mitspielern bilden.